Was ist
Organische Chemie? Was sind organische Stoffe bzw. Verbindungen?
Versuch 1: Verbrennungsanalyse von Methan
und von Stearin ( = Kerzenwachs)
Versuchsaufbau:
|
Beobachtung:
Auswertung:
|
Steckbrief
Methan
Vorkommen:
Hauptbestandteil von Erd- und Biogas; entsteht bei der Vergärung
und Fäulnis organischer Substanzen, zum Beispiel in
Sümpfen, Deponien, Kläranlagen, Wiederkäuermägen
(ein Rind rülpst täglich rund 200 Liter Methan!)
und Biogasanlagen.
Eigenschaften:
Farbloses, geruchloses und brennbares Gas
Schon gewusst:
Experten schätzen, dass jährlich weltweit 800
Millionen Tonnen Methan in die Luft gelangen?
Finde heraus: Immer mehr
Menschen müssen ernährt werden. Daher wird auf
der Welt immer mehr Reis angebaut. Was hat der Reisanbau
mit Methan zu tun? Und was mit dem Treibhauseffekt?
|
|
|
Auswertung Fortsetzung:
Bei der Verbrennung von organischen Stoffen entstehen Kohlendioxid
und Wasser:
CH4 (g)+ 2 O2
(g)
CO2
(g) + 2 H2O (g)
Alle organische Stoffe enthalten Kohlenstoffatome:
|
Organische Stoffe
sind Kohlenstoffverbindungen. Die Organische Chemie
ist die Chemie der Kohlenstoffverbindungen.
|
Holz, Bienenwachs, Medikamente, Farbstoffe und
Kunststoffe sind Beispiel für organische Stoffe.
Bemerkenswert ist, dass in Kohlenstoffverbindungen
nur sehr wenige weitere Elemente vorkommen, vor allem Wasserstoff,
Sauerstoff und Stickstoff. Daneben können
auch Schwefel, Phosphor und Halogene enthalten sein.
Doch diese wenige Elemente bilden eine schier
unglaubliche Fülle an Verbindungen:
|
Jahr
|
Zahl der bekannten organischen
Verbindungen
|
| 1910 |
150 000 |
| 1935 |
350 000 |
| 1965 |
1 300 000 |
| 1982 |
Ca. 4 Millionen |
| 1995 |
Über 12 Millionen |
| 2000 |
Über 16 Millionen |
Von anorganische Verbindungen, die also keine Kohlenstoffatome
enthalten, sind bislang nur rund 100 000 bekannt. Einige Verbindungen
werden trotz Kohlenstoffatom(en) zur anorganischen Chemie gerechnet:
Kohlenmonoxid, Kohlendioxid sowie die Kohlensäure und ihre
Salze (wie heißen diese :o) ?
Frage: Die brennt ein Toastbrot an. Was
hat das mir Organischer Chemie zu?
Auf den Spuren der Organischen
Chemie....
Eine Zeitreise
Die Geschichte der Organischen Chemie beginnt
im 17. Jahrhundert. Seit dieser Zeit bezog man neben Mineralien
und Gesteinen auch Stoffe aus der Pflanzen- und Tierwelt in
die chemischen Untersuchungen mit ein. Zum Beispiele Öle,
Fette, Wachse, Alkohole, Essigsäure, Zucker, Ausscheidungsprodukte
wie Harnstoff u.v.a.
Die Frage war zunächst, aus welchen Elementen
diese Stoffe bestehen. Viele Untersuchungs- möglichkeiten
gab es damals noch nicht. Man tat das naheliegendste und verbrannte
pflanzliche und tierische Stoffe (wie wir es in Versuch 1 getan
haben!). Bei ihrer Verbrennung stellte man fest, das als Verbrennungsprodukte
stets Kohlendioxid und Wasser entstehen. Damit war das Element
Kohlenstoff als Baustein organischer Verbindungen nachgewiesen.
Viele dieser Verbindungen konnten isoliert,
aber nicht synthetisiert werden.
Die Vitalisten
Waren keine Fitnessfanatiker :o) . Da man organische Stoffe
nicht synthetisieren konnte, glaubte man, das zu ihrem Aufbau
eine besondere Lebenskraft (vis vitalis) der Organismen notwendig
sei:
Organische Stoffe können nur von Organismen
gebildet werden. ( Berzelius 1807)
Diese These wurde 1828 von dem deutschen Chemiker
Friedrich Wöhler wiederlegt. Im gelang es, Harnstoff, ein
Ausscheidungsprodukt, aus anorganischen Stoffen darzustellen.
In einem Brief an seinen Kollegen schrieb er: "Ich kann,
so zu sagen, mein chemisches Wasser nicht halten und muss ihnen
sagen, daß ich Harnstoff machen kann, ohne dazu die Niere
oder überhaupt ein Thier, sey es Mensch oder Hund, nöthig
zu haben."
Das war der Beginn der Synthese organischer
Verbindungen. Die wachsende Zahl (siehe Tabelle 1, Seite 2)
beruht fast ausschließlich auf der Synthese von organischen
Verbindungen und nur zu einem sehr kleinen Teil auf die Entdeckungen
natürlicher organischer Verbindungen.
Dass es so viele organische Verbindungen gibt,
beruht auf der besonderen Fähigkeit der Kohlenstoffverbindungen,
mit sich selbst Ketten und Ringe zu knüpfen. Und damit
wären wir beim nächsten Kapitel:
Methan und Kohlenwasserstoff
Methan ist der Kohlenwasserstoff
Nummer 1, denn
|
Kohlenwasserstoffe
sind Verbindungen, deren Moleküle nur aus
Kohlenstoff-Atomen und Wasserstoff-Atomen aufgebaut sind.
|
Methan, der einfachste Kohlenwasserstoff, besteht
nur aus einem Kohlenstoff- und vier Wasserstoffatomen:
Da Kohlenstoffatome aber gerne untereinander
Bindungen knüpfen, gibt es eine ganze Reihe von Kohlenwasserstoffen:
Versuch 2: Die homologe Reihe der Kohlenwasserstoffe
und Ihre Eigenschaften:
Versuchsdurchführung
Hier geht es weiter mit der Stoffklasse
der Alkane