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2 Chemische Reaktionen als dynamische Gleichgewichte 30h

Reaktionsgeschwindigkeit

- Abhängigkeit von Reaktionsbedingungen

Chemisches Gleichgewicht

- umkehrbare und unvollständig ablaufende Reaktionen

- dynamisches Gleichgewicht

- Massenwirkungsgesetz

- Beeinflussung der Gleichgewichtslage und Ausbeute

- Ammoniaksynthese nach Haber und Bosch

Protolysegleichgewichte

- Ionenprodukt des Wassers

- pH-Wert

- Schwache Säuren und Basen

- Säure- bzw. Basenstärke und pK-Wert

- Puffersysteme

Chemische Reaktionen als dynamische Gleichgewichte 30h

 

Lehrplan: Die Auseinandersetzung mit Experimentalbefunden eröffnet den Schülern grundlegende Gesetzmäßigkeiten der Dynamik chemischer

Reaktionen, die sie auch quantitativ beschreiben lernen. Die praktische Bedeutung dieser Vorstellungen erkennen die Schüler z.B. in den

Möglichkeiten der Steuerung chemischer Prozesse in Labor und Technik. Durch quantitatives Erfassen von Protolysegleichgewichten erarbeiten

die Schüler wichtige Grundlagen, um eine Vielzahl von Vorgängen in der belebten und unbelebten Natur in ihren Zusammenhängen verstehen zu können

 

Reaktionsgeschwindigkeit

Bedingungen für den Eintritt einer Reaktion; Klärung des Begriffs; Ermittlung der Geschwindigkeit einer Reaktion;

- Abhängigkeit von Reaktionsbedingungen (Ü)

Einfluss von Konzentration (Druck), Temperatur, Zerteilungsgrad, Katalysator

chemisches Gleichgewicht

 

- umkehrbare und unvollständig ablaufende Reaktionen

Auswerten geeigneter Experimente

- dynamisches Gleichgewicht

Hin- und Rückreaktion; modellhafte Darstellung; evtl. Computereinsatz

- Massenwirkungsgesetz (MWG)

Ableitung aus der Kinetik; rechnerische Anwendung auf wenige einfache Beispiele M)

- Beeinflussung von Gleichgewichtslage und Ausbeute

Anwenden des Prinzips von Le Chatelier und Braun; Hinweis auf Fließgleichgewichte in offenen Systemen (B12)

- nur MNG: Ammoniaksynthese nach Haber und Bosch: Rohstoffe, Kreisprozess, Hochdruckverfah­ren, Katalyse

Übertragung eines Laborversuchs in  ein großtechnisches Verfahren (MT); wirtschaftliche Bedeutung; Hinweis auf den natürlichen Stickstoffkreislauf (B12; 1 U)

Protolysegleichgewichte

Wiederholen von Grundlagen (vgl. C10.3)

- Ionenprodukt des Wassers

Anwenden des MWG auf die Autoprotolyse des Wassers

- pH-Wert

Messung in verschiedenen Proben, z.B. Getränken, Haushaltschemikalien, Gewässern, Böden (U, GE);

- Säure- bzw. Basenstärke und pK-Wert (Ü)

 

Berechnen des pH-Wertes von Lösungen starker und schwacher einwertiger Säuren und Basen

- nur MNG: Puffersysteme

Aufzeigen der Wirkungsweise; Hinweis auf die Bedeutung, z.B. in biologischen Systemen und Böden ( B12;  U)

 

Grundbegriffe: Reaktionsgeschwindigkeit, dynamisches Gleichgewicht, Massenwirkungsgesetz, Prinzip von Le Chatelier und Braun, pH-Wert, 

pK-Wert, nur MNG: Puffer

 

Reaktionsgeschwindigkeit

Bestimmung und Definition der Reaktionsgeschwindigkeit

Lehrplan

Bedingungen für den Eintritt einer Reaktion; Klärung des Begriffs; Ermittlung der Geschwindigkeit einer Reaktion;

- Abhängigkeit von Reaktionsbedingungen:

Einfluss von Konzentration (Druck), Temperatur, Zerteilungsgrad, Katalysator

Literatur

Fischer/Deissenberger 3 S.1-3

Beck/Häusler2: S.6

elemente chemie 11 34-35

Medien

Geräte

Wasserbad, Rggl. m. seitl. Ansatz, Meßzylinder, pneumatische Wanne

Chemikalien

Wasserstoffperoxid 30%

Kaliumiodidlösung 20%

Hinführung: Geschwindigkeitsbegriff in der Physik: zurückgelegte Wegstrecke pro Zeiteinheit:

- übertagen auf chemische Reaktion: Stoffumsatz pro Zeiteinheit (Verbrauch von Edukten, Bildung von Produkten)

 

Versuch: Zersetzung von Wasserstoffperoxid mit Kaliumiodid als Katalysator 

(Vorversuch): 3 ml H2O2 (30%), 0,5 ml KI-Lösung 20%

 

2 H2O2  ->  2 H2O  +  O2

 

Wertetabelle:

t (min)

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

V (ml O2)

48

100

129

145

157

166

173

 

 

 

 

Zeit-Volumen-Diagramm (Erstellung mit Computerunterstützung):

 

 

 

Proportional zum Zuwachs der Sauerstoffmoleküle nehmen die Wasserstoffperoxidmoleküle ab.

Beispiel für homogene Katalyse:

I-  +  H2O2  ->  IO-  +  H2O

IO-  +  H2O2  ->  I-  +  H2O  +  O2

Der Katalysator geht aus der Reaktion unverändert hervor - eröffnet einen alternativen Reaktionsweg.

 

Die Reaktionsgeschwindigkeit ist definiert als Änderung der Konzentration eines Reaktionsteilnehmers Dc in der Zeiteinheit Dt::  


 

Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration  

Lehrplan
Literatur
Medien
Geräte Stoppuhr, 4 Kolben 300 ml, 4 Meßzylinder (2*25,2*50 ml)
Chemikalien

Sulfitlösung f. Landolt, Iodatlösung f. Landolt, Kaliumiodid(lösung), Natriumsulfit, Stärkelösung

 

Versuch: Landoltsche Zeitreaktion

Vorversuche: 

- Landoltsche Zeitreaktion qualitativ

- Teilreaktionen b) und c)

In der Lösung spielen sich folgende Teilreaktionen ab:

a) Reaktion von Iodat mit Sulfit:

+5                                                                 -1

IO3-  +  6 e-  +  6 H+  ->  I-  +  3 H2O

+4                                                    +6

SO32-  +  H2O  ->  SO42-  +  2 e-  +  2 H+  /*3

----------------------------------------------------------------------------------------------------

IO3-  +  3 SO32-  ->  I-  +  3 SO42-   

 

b) Reaktion von Iodat mit Iodid zu Iod:

+5                                                           -1

IO3-  +  6 e-  +  6 H+  ->  I-  +  3 H2O

  -1               0

2 I-  ->  I2  +  2e-        /*3

------------------------------------------------------------------------------------------------

IO3-  +  5 I-  +  6 H+  ->  3 I2  +  3 H2O   

 

c) Reaktion von Iod mit Sulfit:

+4                                              +6

SO32-  +  H2O  ->  SO42-  +  2 e-  +  2 H+ 

0                                   -1

I2  +  2e-  ->  2 I-          

-------------------------------------------------------------------------------------------------

I2  +  SO32-  +  H2O  ->  2 I-  +  SO42-  +  2 H+ 

 

Erst nach dem völligen Verbrauch des Sulfits scheidet sich Iod ab, die Reaktionen a) und c) kommen zum 

Stillstand.

 

Bei der quantitativen Auswertung des Versuchs messen wir den Zeitraum vom Zusammengießen der 

Lösungen bis zum Auftreten der Blaufärbung, die sog. Reaktionszeit. Sie gibt uns ein Maß für die 

Reaktionsgeschwindigkeit (Unterschied zwischen Reaktionszeit und Reaktionsgeschwindigkeit; vergl. 

Eisenbahn).

 

Versuch: Einfluss der Iodationen-Konzentration auf die Reaktionsdauer

Ansatz I II III IV
Sulfit-Lösung (1,16 g Na2SO4, 10 ml EtOH, 4 g konz. Schwefelsäure in 1 L Wasser) 10 10 10 10
Wasser 55 50 40 20
Stärke-Lösung 2 2 2 2
Iodat-Lösung (4,3 g KIO3 in 1 L Wasser) 5 10 20 40
Reaktionsdauer in Sekunden 43 22 11 5

Ergebnis verallgemeinert:

Die Reaktionsgeschwindigkeit ist der Konzentration der beteiligten Stoffe direkt proportional

Kinetische Deutung: Je größer die Anzahl der Teilchen in der Volumeneinheit ist, desto größer ist auch die 

Zahl der Zusammenstöße, von denen ein bestimmter Prozentsatz zur Reaktion führt.

FOLIE

A    +    B     ->  C  +  D

Reaktanden                  Produkte

= Edukte

= Ausgangsstoffe

Die Reaktionsgeschwindigkeit ist dem Produkt der Konzentrationen der Stoffe A und B proportional.

 

Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Temperatur

Lehrplan
Literatur
Medien Glaskugeln in Schale
Geräte Geräte: wie bei RG-Messung
Chemikalien H2O2 30%, KI-Lösung.

 

Versuch: Zersetzung von Wasserstoffperoxid mit Kaliumiodid als Katalysator bei verschiedenen Temperaturen 

(20°C, 30°C, 40°C), Gasentwicklung nach 1 min messen, Diagramm?

RGT-Regel: Bei Temperatursteigerung um 10°C erhöht sich die Reaktionsgeschwindigkeit um das 2 - 3-fache.  

Erklärung durch das Stoßmodell (Glaskugeln als MODELL):

1. Bei Temperaturerhöhung erhöht sich die Geschwindigkeit der Teilchen. Zusammenstöße werden dadurch häufiger.

2. Bei Temperaturerhöhung wächst der Anteil der Teilchen, welche eine bestimmte Mindestenergie besitzen, die zur Reaktion notwendig ist.

 

 

 

Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von Katalysatoren


[.....]

 

Chemisches Gleichgewicht

- umkehrbare und unvollständig ablaufende Reaktionen

- dynamisches Gleichgewicht

- Massenwirkungsgesetz

- Beeinflussung der Gleichgewichtslage und Ausbeute

- Ammoniaksynthese nach Haber und Bosch

 

Chemisches Gleichgewicht - Das Massenwirkungsgesetz

Lehrplan
Literatur elemente chemie 11 S.46-62  
Medien Folien: Holzapfelkrieg  
Geräte

2 Meßzylinder 100 ml

Meßpipette 25 ml

Meßpipette 10 ml  

Chemikalien

Eisen(III)-chloridlösung

Ammoniumthiocyanatlösung

Eisen(III)-chlorid

Ammoniumthiocyanat  

vollständig und unvollständig ablaufende Reaktionen

 

Versuch: Eisen(III)-chloridlösung + Ammoniumthiocyanatlösung, anschließend verdünnen mit Wasser

Fe3+  +  3 SCN-  -> Fe(SCN)3              

- Zugabe von festem Thiocyanat - 

Schlussfolgerung? - 

Zugabe von festem Eisen(III)-chlorid - 

Schlußfolgerung? - 

in beiden Fällen Vertiefung der roten Farbe!

Modellversuch:

Einstellung eines Wasserstandsgleichgewichts (mit Messzylindern und Pipetten die Hin- und 

Rückreaktion veranschaulichen)

 

allgemein: Wenn in einem abgeschlossenen System nach einer gewissen Zeit keine 

Konzentrationsänderung mehr zu beobachten ist, so bedeutet dies, dass die Reaktionsgeschwindigkeiten 

der Hin- und Rückreaktion gleich groß geworden sind.

Anregung für ein Computerprogramm

Analogie: Der Holzapfelkrieg

Ableitung des Massenwirkungsgesetzes

A + B à C + D

im Gleichgewicht gilt:

 

 

K = Gleichgewichtskonstante

Massenwirkungsgesetz: Der Quotient aus dem Produkt der 

Konzentrationen der Endstoffe und dem Produkt der 

Konzentrationen der Ausgangsstoffe eines chemischen Systems 

im Gleichgewicht ist konstant.

 

Anwendung auf den Thiocyanat-Versuch:

Erhöht man in einem System, das sich im Gleichgewicht befindet, die Konzentration eines Teilnehmers, 

so verschiebt sich das Gleichgewicht in die Richtung hin, wo der zugesetzte Stoff verbraucht wird.

weitere Anwendungen des MWG:

 

2 SO2 + O2 <=> 2 SO3

Überlegung, wie die Ausbeute an Schwefeltrioxid optimiert werden kann!

 

Chromat-Dichromat-Gleichgewicht

Versuch: pH-Abhängigkeit

 

2 CrO42- + 2 H+ <=> Cr2O72- + H2O

 

    c(Cr2O72-) + c(H2O)

K = ---------------------------

    c(CrO42-)2 + c(H+)2

 

 

Abhängigkeit des chemischen Gleichgewichts von Temperatur und Druck

Beeinflussung der Gleichgewichtslage durch Temperatur und Druck 

- Prinzip von Le Chatelier und Braun

 

Lehrplan
Literatur
Medien
Geräte

NO2-Ampullen, 3 Bechergläser

Kolbenprober mit Hahn

Chemikalien

heißes Wasser, Eis

Blei(II)-nitrat

Temperaturabhängigkeit

Beispiel: NO2/N2O4-Gleichgewicht

2 NO2 <=> N2O4   DH = -57 kJ (exotherm)

Versuch: NO2-Ampullen in Eiswasser, Leitungswasser und heißem Wasser

        Eiswasser                        Raumtemperatur                     heißes Wasser

Bei Temperaturerhöhung verschiebt sich die Lage eines Gleichgewichts nach der endotherm 

verlaufenden Teilreaktion, bei Temperaturerniedrigung nach der exotherm verlaufenden Teilreaktion.

 

Prinzip von Le Châtelier Wird auf ein im Gleichgewicht befindliches System ein „Zwang“ ausgeübt, so verschiebt es sich derart, dass diesem Zwang ausgewichen wird.

 

Beispiel: Bildung von Stickstoffmonooxid aus den Elementen

N2  +  O2  <=>  2 NO    DH = + 90 kJ/mol

Bedeutung der Reaktion!

"Luftverbrennung" - NO-Bildung bei Verbrennungsprozessen - Umweltproblematik (- bodennahes Ozon, Waldschäden, Abgaskatalysator, Entstickung von Kraftwerksabgasen)


Druckabhängigkeit

Druckerhöhung begünstigt die volumenverkleinernde, Druckerniedrigung die volumenvergrößernde Teilreaktion.

Beispiel: 

                            Druckerniedrigung

(CO2)gelöst <=================>  (CO2)gasförmig                

                            Druckerhöhung

Versuch: Druckabhängigkeit des NO2/N2O4-Gleichgewichts

2 NO2 <=> N2O4

Durchführung: Durch Erhitzen von Blei(II)-nitrat in einem Reagenzglas wird NO2 hergestellt [ Pb(NO3)2 -> PbO + 2 NO2 + 1/2 O2 ] und in einen Kolbenprober (mit Hahn) gefüllt. Auf dem Tageslichtprojektor lässt sich die Änderung der Intensität der Braunfärbung bei Kompression und Expansion des Gases gut in der Projektion verfolgen. Man beachte auch die anfangs durch adiabatische Erwärmung und Abkühlung verursachten Farbänderungen.

 

Beispiel Ammoniaksynthese:

N2 +   3 H2    <=>    2 NH3    DH= - 88 kJ (exotherm)

Volumenverhältnisse:

Frage nach den optimalen Reaktionsbedingungen

Das Gleichgewicht verschiebt sich mit steigendem Druck und fallender Temperatur nach rechts

aber:

Faktor Geschwindigkeit!

daher Reaktionsbedingungen in der Technik: 500°C, 200 bar, Katalysator

 


 

Beeinflussung der Gleichgewichtslage durch Konzentrationsänderung

 

Aufgaben zur Ammoniaksynthese:

Die Ammoniaksynthese verläuft nach folgender Reaktion: N2 + 3 H2 -> 2 NH3  exergonisch

Bei einer Temperatur von 500°C und 200 bar Druck liegen im Reaktionsgemisch 17,6% Ammoniak, 

20,6% Stickstoff und 61,8% Wasserstoff vor.

Berechne für diesen Fall die Gleichgewichtskonstante.

[Ergebnis: 0,065 l2mol-2]

 

Stickstoff reagiert mit Sauerstoff in endothermer Reaktion zu Stickstoffmonooxid:

N2  +  O2  <=>  2 NO    DH = + 90 kJ/mol

a) Wie wird die Gleichgewichtslage durch Temperaturerhöhung beeinflusst? (mit Begründung!) 

b) Schreiben Sie für diesen Vorgang das Massenwirkungsgesetz!

 

Stickstoffmonooxid verbindet sich mit Sauerstoff in exothermer Reaktion zu Stickstoffdioxid.

Schreiben Sie für diesen Vorgang die Reaktionsgleichung auf und erläutern Sie, unter welchen 

Druck- und Temperaturverhältnissen möglichst viel Stickstoffdioxid im Gleichgewicht vorliegt!

 

Schreiben Sie die Reaktionsgleichung für die großtechnische Ammoniaksynthese auf und geben 

Sie (über dem Reaktionspfeil) die Reaktionsbedingungen an. Begründen Sie die bei der 

Ammoniaksynthese angewandten Reaktionsbedingungen!


 

Protolysegleichgewichte  

Ionenprodukt des Wassers

pH-Wert

Säure- bzw. Basenstärke und pK-Wert

Puffersysteme

 

Das Ionenprodukt des Wassers

 

Rückblick auf Ionen und Leitfähigkeit - leitet reines Wasser den Strom?

Versuch: Prüfung der Leitfähigkeit von reinem Wasser

 

Ergebnis: Auch destilliertes Wasser zeigt eine, allerdings sehr geringe Leitfähigkeit, die auf die Anwesenheit von 

Ionen zurückgeführt werden muss.

Frage nach der Herkunft dieser Ionen

H2O + H2O <=> H3O+ + OH-

Autoprotolyse des Wassers  1 : 560 000 000!

Anwendung des MWG:

c(H2O) ist praktisch konstant und wird in K unter Bildung einer neuen Konstante Kw hineinmultipliziert:

Ionenprodukt des Wassers (bei 25°C):

Kw = c(H3O+)*c(OH-) = 10-14 [mol2/l2]

In verdünnten wässrigen Lösungen ist das Produkt aus H3O+- und OH--Ionen praktisch konstant. 

Kennt man eine dieser Konzentrationen, so ergibt sich die andere aus der obigen Beziehung.

Aufgaben:

Wie groß ist die Konzentration an H3O+-Ionen

a) in neutraler Lösung?

b) in 0,1-molarer Salzsäure?

c(H3O+) = c(HCl)

c(H3O+) = 10-1 mol/l

 

c) in 0,1-molarer Natronlauge?

 

d) in 0,5-molarer Natronlauge?

c(H3O+)= 10-14 / 0,5

c(H3O+)= 2*10-14 mol/l

c(H3O+) ergibt negative Exponentialzahlen -> Vermeidung?

 

pH-Wert

pH-Wert, Neutralisation

Literatur: elemente chemie 11 S.66-69

c(H3O+) ergibt negative Exponentialzahlen -> Vermeidung?

Definition:

pH = - log c(H3O+)

Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration - 

ein Maß für die saure bzw. alkalische Reaktion einer Lösung.

Aufgaben:

Berechnung der pH-Werte für die Aufgaben a - d der letzten Stunde.

 

pH-Skala

Logarithmische Skala! Größenordnungen!

 

Beispiele für pH-Werte bekannter Flüssigkeiten, mit pH-Elektrode prüfen:

Essig 3

Seifenlauge 9

Regenwasser rein 5,6

Leitungswasser 8

Zitronensaft 2,3



Projektskizzen, Problemstellungen:

Verwertung und Beseitigung von Abfallsäure und Abfalllauge

Bestimmung der Konzentration der H3O+-Ionen und der OH--Ionen in den Säure- und Laugenabfällen:

HX + NaOH -> NaX + H2O

10 ml der Abfallsäure werden mit NaOH c=1mol/l titriert

Berechnung von c(H3O+)

10 ml der Abfalllauge werden mit HCl c=1mol/l titriert

Berechnung von c(OH-)

XOH + HCl -> XCl + H2O

Ermittlung des zur Neutralisation der Säure erforderlichen Laugenvolumens

 

Fällung von Kupfer(II)-ionen als Kupfer(II)-oxidhydrat mit Hilfe der Abfall-Lauge

Reaktionsgleichung

Stöchiometrie

Durchführung

Herstellung von Kupfer(II)-oxid durch Wasserabspaltung aus Kupfer(II)-oxidhydrat

Reaktionsgleichung

Stöchiometrie

Durchführung

Neutralisationskurve für die Titration einer starken Säure mit einer starken Base

Versuch:

Berechnung einer Neutralisationskurve und experimentelle Bestimmung

 

Titration von 10 ml Salzsäure (c = 1,000 mol/l) in 90 ml dest(!) Wasser mit Natronlauge (c = 1,000 mol/l)

Aufnahme der Neutralisationskurve mit Computerunterstützung

evtl. Konstantstrombürette

 

Berechnung des pH-Werts nach Zugabe von

0 -> pH 2,0

9 -> pH 3,0

10 -> pH 7,0

11 -> pH 11,9

20 ml Laugenzugabe

und Vergleich mit den experimentellen Ergebnissen

 

Schwache Säuren und Basen

Literatur:

Medien:

Geräte: Leitfähigkeitsapparatur; Projektionsapparatur OHP

Chemikalien: Magnesiumband; Salzsäure c=1mol/l; Essigsäure c=1mol/l; Eisessig

Bei den bisherigen Berechnungen wurde von 100%iger Protolyse ausgegangen.

Welche Säuren sind besonders aggressiv (Vergleich Salzsäure/Essigsäure)? warum? Gibt es ein objektives Maß für die Säurestärke?

Versuch: [Projektion] Lösen von Magnesiumband (3 cm) in Salzsäure und Essigsäure der gleichen Konzentration c = 1 mol/l.

Ergebnis: Das Magnesiumband löst sich in Salzsäure schneller unter Wasserstoffentwicklung auf:

Mg  +  2 HCl  --schnell--->   MgCl2  +  H2

Mg  +  2 HAc  --langsam--->   MgAc2  +  H2

Deutung des unterschiedlichen Verhaltens? Hypothesen formulieren!

-> unterschiedliches Ausmaß der Protolyse:

HCl  +  H2O  ----->   H3O+  +  Cl- vollständige Protolyse

HAc  +  H2O  <=====>   H3O+  +  Ac-  unvollständige Protolyse

? wie nachweisbar?

Versuch: Leitfähigkeitsmessung von Salzsäure c=1mol/l und Essigsäure c=1mol/l

Ergebnis: Essigsäure ist in Wasser nur unvollständig dissoziiert (ca. 1%)

 

Säurekonstante

unvollständige Protolyse:

HA  +  H2O  <=>  H3O+  +  A-

(demnach müsste reine, wasserfreie Essigsäure (=Eisessig) Nichtleiter sein. Probe!)