Was
sind Sturmfluten?
Auch
die Menschen am Meer werden immer wieder von Hochwasserkatastrophen
bedroht. Dabei spielen oft auch die Gezeiten eine wichtige Rolle.
Das sind die vor allem durch die Anziehungskraft des Mondes verursachten
Bewegungen des Meeres. Steigendes Wasser heißt Flut, sinkendes
Ebbe. Fällt die Flut mit dem Höhepunkt anhaltend starker Stürme
zusammen, kommt es zur so genannten Sturmflut. Dann drückt der
heftig wehende Wind gewaltige Wassermassen an die Küsten und in
die Flussmündungen – wie in Hamburg 1962.
Damals,
am 16. Februar, suchte eine gewaltige Sturmflut die norddeutsche
Küste heim. Ein Wasserberg raste die Elbe herauf und riss mit
unvorstellbarer Gewalt Deiche nieder. In wenigen Stunden versank
ein Fünftel des Hamburger Stadtgebiets in den Fluten. 315 Menschen
verloren ihr Leben, 75000 mussten ihre Wohnungen räumen. Mehr
als 400 Kilometer Deich wurden vernichtet oder beschädigt.
Ähnlich
war es den Niederländern 1953 ergangen, als die sturmgepeitschte
Nordsee gleichzeitig 100 Deiche durchbrach. Fast 2000 Menschen
ertranken. An der Rettung von 72 000 Obdachlosen beteiligten sich
2000 Schiffe und 150 Flugzeuge.
Lassen sich Überschwemmungen verhindern?
Wenige Jahre
nach der Katastrophe von 1953 begann man in Holland Bollwerke
gegen die Sturmflut zu errichten. Heute schützen mächtige
Betondämme und bewegliche Sperrwerke die Mündungsarme
der großen Flüsse Rhein, Maas und Schelde vor der Nordsee.
Kommt die Flut, lassen sie sich innerhalb einer Stunde schließen.
Gigantisch ist auch das Sperrwerk in der Themse. Es besteht aus
zwanzig Meter hohen Toren, die normalerweise unter der Wasseroberfläche
verborgen sind. Bei Gefahr werden sie hydraulisch gehoben.
Älter als jede andere Art des Schutzes vor Überschwemmungen
aber ist der Bau von Deichen. Küstendeiche haben lange, flach
geneigte Hänge. An ihnen sollen sich die Wellen "totlaufen".
Besonders gefährdete Stellen werden zusätzlich durch
Steine und Beton gesichert. Flussdeiche sind steiler angelegt.
Weil sie leicht brechen, wenn sie vom Wasser aufgeweicht werden,
überzieht man sie mit einer geschlossenen Pflanzendecke.

Deiche bieten aber nur einen unvollständigen Schutz. Als
man 1995 in Holland glaubte, die Nordseefluten endgültig
ausgesperrt zu haben, kam das Wasser aus dem Hinterland. Schwache
und überalterte Flussdeiche waren gebrochen. Innerhalb von
zwei Tagen mussten 250 000 Menschen evakuiert werden.
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