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Wie sah es in Hessen vor Jahrmillionen aus? Welche
Spuren haben die verschiedenen Erdzeitalter hinterlassen? Hier
findest Du Antworten (Der folgende Text ist sehr schwierig. Um
nicht den Überblick zu verlieren, solltest Du eine geologische
Zeittafel (zum Beispiel im Schulbuch auf Seite 74) beim Lesen
verwenden):
Geologische Entwicklung in Hessen
Die Erdneuzeit (Känozoikum)
Die Erdneuzeit wird untergliedert in die Zeiteinheiten Tertiär
(65 bis 2 Mio. Jahre) und Quartär (2 Mio. Jahre bis heute).
In der mittleren bis späten Tertiär-Zeit
senkte sich entlang einer Schwächezone in der Erdkruste der
Oberrheingraben ab. Bis heute hält diese Absenkungsbewegung
im Oberrheingraben mit bis zu 0,4 mm pro Jahr an und ist Ursache
für häufige kleine Erdbeben. Infolge der Absenkung entstand
während des Tertiärs für kurze Zeit eine Verbindung
zwischen einem Südmeer (dem Vorläufer des heutigen Mittelmeeres)
mit dem damaligen Nordmeer (dem Vorläufer der heutigen Nordsee).
Eine Vielzahl von Meeresfossilien in den damaligen Ablagerungen,
wie z.B. Haifischzähne, bezeugen heute noch diese Meeresstraße.
Außerhalb dieser schmalen Meeresverbindung waren in der
Tertiärzeit große Gebiete Hessens Landoberfläche,
auf der sich Seen bildeten.
Die Dehnungen in der Erdkruste im Zusammenhang
mit der Schwächezone des Oberrheingrabens ließen basaltische
Gesteinsschmelzen bis an die Erdoberfläche aufsteigen. Zeugen
des damaligen starken Vulkanismus sind der Vogelsberg (eines der
größten zusammenhängenden Vulkangebiete Mitteleuropas),
der Westerwald und die Rhön sowie eine Vielzahl kleiner Vulkanvorkommen
(z. B. der Habichtswald). Das Klima in der Tertiär-Zeit war
subtropisch.
Die Ablagerungen der Quartär-Zeit stammen
aus den Kalt- und Warmzeiten der letzten etwa 2 Millionen Jahre,
die wir heute z.B. als Kies-Sand erfüllte Ebenen (Oberrheingraben),
weit verbreitete Löß- bzw. Lößlehmdecken
(besonders in Senken wie der Wetterau) antreffen.
Hessen lag während der Kaltzeiten (Eiszeiten)
zwischen den Eisschilden Nord-Europas und der Alpen im Süden.
Zwischen diesen Gletschergebieten konnte sich in Hessen eisfrei
entwickeln.
Das Erdmittelalter (Mesozoikum)
Das Erdmittelalter gliedert sich in drei Zeiteinheiten: Trias
(245 bis 208 Mio. Jahre), Jura (208 bis 145 Mio. Jahre) und Kreide
(145 bis 65 Mio. Jahre).
Zu Beginn des Erdmittelalters, vor rund 245 Millionen
Jahren, war Hessen Teil des in Mitteleuropa im späten Erdaltertum
entstandenen Germanischen Beckens. Dies war ein Senkungsbereich,
in dem sich zum einen mächtige Ablagerungen (meist von Flüssen
und in Seen) der Untertrias-Zeit (Buntsandstein) und der Obertrias-Zeit,
zum anderen Meeresablagerungen (Kalke und Tone) der Mitteltrias-Zeit
(Muschelkalk) sowie der Jura- und der Kreide-Zeit ablagerten.
Im Erdmittelalter war das Klima teilweise arid,
d.h. trocken und heiß. Zu dieser Zeit lebten Amphibien,
Reptilien und Dinosaurier auf der damals eher flachen, weiträumigen
Landoberfläche Hessens.
Das Erdaltertum (Paläozoikum)
Das Erdaltertum wird in sechs Zeiteinheiten gegliedert, von denen
in Hessen aus den jüngeren fünf Einheiten, der Ordoviz-Zeit
(510 bis 439 Mio. Jahre), der Silur-Zeit (439 bis 408 Mio. Jahre),
der Devon-Zeit (408 bis 362 Mio. Jahre), der Karbon-Zeit (362
bis 290 Mio. Jahre) und der Perm-Zeit (290 bis 245 Mio. Jahre),
Gesteine bekannt sind.
Die ältesten an der Erdoberfläche Hessens
ausstreichenden Gesteine sind Sedimentgesteine (Sedimentite) und
metamorphe Gesteine (zum Beispiel Gneis) und stammen aus der Zeit
des Ordoviz und Silurs. Die Sedimentgesteine sind in Teilen des
Taunus verbreitet.
Im mittleren Erdaltertum, während der Devon-
und Karbon-Zeit, nahm das Gebiet von Hessen ein Meer ein, in dem
sich Sedimente wie Ton, Sand und Kalk ablagerten (die heute als
Tonschiefer, Quarzite, Grauwacken, Kalksteine u.a. vorliegen).
Den Meeressedimenten zwischengeschaltete vulkanische Gesteine
zeugen von einem lebhaften Vulkanismus zu dieser Zeit. Das anfangs
lockere Material wurde im Laufe von Hunderttausenden von Jahren
verfestigt und zu den heutigen Gesteinen. Großräumige
Verschiebungen der Erdkruste führten vor ca. 330-310 Mio.
Die einengenden Kräfte falteten damals die
horizontal abgelagerten Gesteine zu einem Gebirge auf. Dieses
Gebirge, zu dem das heutige Rheinische Schiefergebirge, der Odenwald
und der Spessart gehören, wird von den Wissenschaftlern "Variszisches
Gebirge" genannt. Weitere Teilstücke des "Variszischen
Gebirges" sind von Portugal über Frankreich, Belgien
bis nach Osteuropa erhalten geblieben. Die gebirgsbildenden Vorgänge
waren für die Entstehung von Gesteinsschmelzen in der tieferen
Erdkruste verantwortlich, die bis in die obere Erdkruste aufstiegen
und dort beim Abkühlen auskristallisiert sind. Diese Tiefengesteine
(z.B. Granite, Diorite), bilden heute in Hessen einen Teil des
Odenwalds und des Spessarts. Infolge der variszischen Gebirgsbildung
wurden weite Teile Hessens Landoberfläche, auf der in einem
trockenen und heißen Klima intensive Verwitterungsprozesse
einsetzten.
Die Gebirgslandschaft Hessens wurde durch Verwitterung
im Laufe von Millionen von Jahren in der oberen Karbon-Zeit und
vor allem in der nachfolgenden Perm-Zeit wieder zu einem Gebirgsrumpf
abgetragen und zunehmend eingeebnet.
Am Ende des Erdaltertums, in der Perm-Zeit, drang
in flache Senken südlich und nördlich des Mittelgebirges
erneut ein Meer ein, das sogenannte Zechsteinmeer. In periodischen
Abständen konnte das Zechsteinmeer von Norden kommend bis
zu acht mal vorstoßen. Zwischenzeitlich kam es im trockenen,
heißen Klima immer wieder zur Eindampfung des salzigen Meerwassers.
Als Verdampfungsrückstände wurde erst Kalk, dann bei
weiterer Verdunstung des Wassers Gips und Salz ausgeschieden.
Die Salzlager sind bis zu 300 m mächtig. Sie werden im Gebiet
zwischen Werra und Fulda schon seit etwa 90 Jahren industriell
abgebaut.
(nach http://www.hlug.de/medien/boden/geohist.html)
Auftrag: Gehe selbst auf Spurensuche. Übertrage diese
Tabelle und ergänze sie. Vielleicht findest Du Zusatzinformationen
(z.B. geologische Karte im Schulbuch auf Seite 73, Internet, Hessisches
Landesamt für Umwelt und Geologie, etc.)? Du kannst auch
weitere Spalten einfügen (zum Beispiel Erdzeitalter in Jahrmillionen).
Tabelle: Geologische Entwicklung Hessen
| Erdzeitalter |
Gesteine, Mineralien, etc. |
Vorkommen |
Ereignis |
Klima |
Ordovizium
|
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|
|
Silur
|
|
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|
|
| Devon |
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|
|
| Karbon |
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|
|
| Perm |
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| Untertrias
(Buntsandstein) |
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| Mitteltrias (Muschelkalk) |
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| Obertrias (Keuper) |
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| Jura |
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| Kreide |
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| Tertiär |
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| Quartär |
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22.6.2003 - christophblaschke@yahoo.de
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